Kleine Raumwunder – Housing in Japan

In Japans dicht besiedelten Zentren entstehen oft kleine Häuser mit ungewöhnlichen Raumkonzepten. Den Architekten gelingen dabei mit viel Gespür für den Raum, sinnlichem Umgang mit Materialien und der Verknüpfung von Tradition und Moderne innovative Ansätze, die auch für uns in Mitteleuropa eine Inspirationsquelle sein können. Die Rezen­sions­aus­stellung zeigt Projekte aus dem Buch „Wohnkonzepte in Japan“ und regt zur Diskussion über aktuelle Wohnformen an.

Japan überrascht immer wieder mit kleinen Häusern in ungewöhnlichen Formen, die sich – eingezwängt in das Chaos der Stadt, mit manchmal kaum mehr als einem halbem Meter Abstand zum Nachbarn – in ihrem Inneren schließlich als wahre Raumwunder entpuppen. Aufgrund der enormen Enge entwickeln japanische Architekten eine regelrechte Meisterschaft darin, auf wenigen Quadratmetern Fläche ein Gefühl von Großzügigkeit zu erzeugen. Wie nirgendwo sonst scheint es ist ihnen möglich, derart unbefangen zu experimentieren, innovative Lösungen ähnlich radikal umzusetzen oder Konstruktionen gleichermaßen auf das absolut Notwendige zu reduzieren. Bei alledem verwundert, dass das Einfamilienhaus in Japan die wichtigste Wohnform ist, deren Anteil in der Metropolregion Tokio immerhin bei fast 50 Prozent liegt. Ein Großteil dieser Baumaßnahmen wird zwar von der Fertigteilindustrie abgedeckt, doch es gibt auch zahlreiche Ausnahmen: Minihäuser oder auch Mehrfamilienhäuser, Projekte für kollektives Wohnen oder Eingriffe in den Bestand, die eindrucksvoll zeigen, wie einfach, spontan und unkompliziert das Bauen sein kann.

Die Rezensionsausstellung „Kleine Raumwunder – Housing in Japan“ zeigt ausgewählte Beispiele dieser unterschiedlichen Wohnformen und -konzepte, die wir zusammen mit Christian Schittich, dem ehemaligen Chefredakteur der Fachzeitschrift DETAIL, ausgesucht haben. Die präsentierten Projekte stammen aus dem Buch „Wohnkonzepte in Japan – Housing in Japan“, das von Christian Schittich im DETAIL-Verlag herausgegeben wurde. Zu sehen sind Entwürfe und Konstruktionen, die sich für unser mitteleuropäisches Verständnis von Architektur oftmals stark von der Normalität unterscheiden. Wenngleich sich viele der gezeigten Projekte aus nachvollziehbaren Gründen nicht direkt auf unsere Verhältnisse übertragen lassen, inspirieren die faszinierenden Gebilde dennoch zu verblüffenden Denkanstößen. Nicht zuletzt wollen Buch und Ausstellung zur Diskussion über aktuelle und zukünftige Wohnformen anregen.

Zeiten: 18.8.–14.10.2017, Mo-Sa 11-19.00 Uhr

Ort: Die Raumgalerie Stuttgart, Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart

Quelle: AAD

Beitragsbild: ©Die Raumgalerie

Bauhaus in Bewegung

Auf dem Sprung: Wandel und Bewegung stehen im Mittelpunkt einer aktuellen Ausstellung in Berlin. Zu sehen sind etwa Bewegungsstudien aus dem Unterricht im Vorkurs sowie aus allen Bauhaus-Werkstätten von Schülern und Lehrern wie Walter Gropius, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer oder László Moholy- Nagy. Es ist die letzte Sonderausstellung zum Bauhaus vor dem Auszug aus dem Gebäude des Bauhaus-Archivs im Frühjahr 2018.

Zeiten: 1.3.2017 bis 9.10.2017

Ort: Bauhaus-Archiv, Berlin

Beitragsbild: Pacific & Atlantic Photo (Fotografie), Marcel Breuer, (Entwurf Stühle), Gymnastik im Walde. Vorbildlicher Sprung über 3 Stühle, nach 1927

Quelle: art – Das Kunstmagazin