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Eine KREATIVDUSCHE für das PlatzProjekt e.V.

In der Fössestraße in Hannover hat sich seit 2014 das PlatzProjekt e.V. angesiedelt. Hier diskutieren und erproben Menschen  unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft darüber, wie sie in Zukunft zusammenleben wollen, wie sie sich die Stadt der Zukunft vorstellen und welche Hürden ihren Vorstellungen aktuell im Weg stehen. Ziel ist es, „Raum für Projekte/Ideen zur Verfügung zu
stellen, die unter normalen Bedingungen nicht in der Stadt umsetzbar wären“. Sich an den Aktivitäten des Vereins zu beteiligen, mit zu diskutieren oder mit zu bauen steht allen offen.

Die Platzprojektler*innen versuchen Stadt und Gemeinschaft immer wieder neu zu denken. Um ihre Motivation hoch zu halten, ihre Kreativität freizulegen und immer wieder aufs Neue zu entfachen, soll eine Kreativdusche auf dem Gelände installiert werden. Diese soll im Team entworfen und im Innenraum eines Überseecontainers verortet werden. Der Container kann dafür umgebaut, aufgebrochen oder unterteilt werden, darf aber in seiner Grundfläche nicht erweitert werden. Im Mittelpunkt steht das Erlebnis im Innern:
Wie schafft man es mit atmosphärischen Mitteln, die kreativen Fähigkeiten der Besucherinnen und Besuchern zu aktivieren? Durch den gezielten Einsatz von Material, Licht, Farbe und Klang soll ein Ort der Inspiration und des Auftankens entstehen.

Hier werden sechs Ergebnisse vorgestellt:

 

Kneto – Fantasie Raum geben

Von Inna Savych und Luba Hirsch 

Knete kennt jeder seit der Kindheit, es ist der Stoff aus dem man jede beliebige Form im Miniformat kreieren kann. Hier wird dieses Gefühl vom kleinen Maßstab auf die ganze Umgebung des Besuchers ausgeweitet. Wände und Boden sind vollständig mit Knete bedeckt. Die große Menge an Knete weckt die Empfindung von unbegrenzten Möglichkeiten, was durch einen ungewöhnlichen Lichteinfall unterstützt wird. Dabei bricht das Licht gedämpft durch die Wände und erzeugt damit eine unwirkliche Atmosphäre. Bei Tag ist es natürliches Licht, bei Nacht erfolgt die Beleuchtung durch eine Lichterkette. Um den Besucher noch stärker zum Berühren und Verformen der Knete anzuregen, haben die geschichteten Knete-Platten im Raum abstrakte Formen. Ähnlich den Wolken am Himmel sollen sie in jedem Betrachter unterschiedliche Assoziationen auslösen. Diese abstrakten Formen wurden auch für die Durchbrüche in den Außenwänden verwendet. Die Ausschnitte ermöglichen in erster Linie den Lichteinfall, sollen aber auch Neugier beim Betrachten von außen wecken. Der Besucher im Inneren des Containers bleibt dabei ungesehen und kann sich frei im geschützten Raum entfalten. Damit bietet der Raum Ablenkung vom Gewohnten und die Möglichkeit seiner Fantasie auf neuem Weg Ausdruck zu verleihen.

 

Das Wunder auf dem Platzprojekt

Von Anika Lindwedel und Jana Riedel 

Inspiriert von Wunderkammern und dem Thema „Loslassen und Abstand gewinnen“ ist ein rustikaler, entspannter Ort mit vielen Geheimnissen entstanden. Der Container ist von außen unscheinbar, innen jedoch befinden sich die Wunder, die es zu entdecken gibt.

Da das Objekt auf Trägern stehen soll, befindet sich der Eingang am Boden. Dieser kann durch das Ausklappen der Sitzmöglichkeit verschlossen werden. Die wesentliche Besonderheit bilden die geheimnisvollen Fächer, die hinter der Holzfassade liegen. Der Besucher soll diese entdecken und dadurch neue Inspiration finden. Hinter den verschieden großen „Klickfächern“ befinden sich Fundstücke des Platzprojektes, da der Ort schon viel kreatives Potenzial birgt. Die Holzverkleidung und dessen Optik, die durch das indirekte Licht aus den Containerecken betont wird, bilden eine warme und einladende Atmosphäre. Die Panoramascheibe an der Decke flutet den Container ebenfalls mit Tageslicht.

 

Ideenschrank – Die analoge Inspirationsquelle im Container

von Neele Prauser und Jennifer Ianula 

Das PlatzProjekt in Hannover Linden bietet Kreativköpfen die Möglichkeit, ihre Projektideen in eigens gekauften oder gemieteten Überseecontainern zu erproben und umzusetzen. Um Menschen mit kreativer Blockade oder auf Ideensuche einen Raum zu geben, wurde der Ideenschrank konzipiert.

Beim Betreten des Containers wird der Besucher von Erlebnissen und Ideen umhüllt. Diese sind in Form von Büchern, Notizen, Fotos, Geschriebenem, Zeichnungen und Skizzen an Klemmbrettern zu sehen, welche an von der Decke hängenden Seilen befestigt sind.

Als Sitzgelegenheit dienen zwei Schubkarren, die mit Kissen ausgestattet werden, sodass auch länger im Container verweilt und gestöbert werden kann. Die Wände und der Boden des Überseecontainers werden bewusst im Originalzustand belassen, um den einzigartigen Charakter beizubehalten. Jeder Besucher hat zudem die Möglichkeit, nach dem Bücherschrank-Prinzip vorhandene Ideen mitzunehmen und eigene Ideen zu hinterlassen. So wird der Austausch untereinander gefördert und es werden bei jedem Besuch neue Eindrücke im Ideenschrank geboten.

 

Erscheinung – Dynamisches Lichtspektakel in zwangloser Ruhe 

von Kira Röblitz und Anna Marczinke

Vom schummrigen Dämmerlicht in anregende Scheinwerfershow: ein ausgebauter Container am Platzprojekt bietet die Möglichkeit, seine Kreativität neu zu finden. Ausgekleidet mit Holz in warmen Tönen und eckigen, in den Raum hineinragenden Formen entsteht ein geschützter, höhlenartiger Ort, von dem aus sich bewegende Lichter beobachtet werden können. Die Dynamik, kombiniert mit der Sicherheit des Raumes und der Möglichkeit, sich auf nichts als das Licht zu konzentrieren, soll dazu anregen, den Weg zu seinen eigenen Gedanken besser zu finden. Man kann sich vollständig fallen lassen und wird nicht durch äußere Einflüsse oder Geräusche abgelenkt. Die Kreativdusche am Platzprojekt ist ein Raum für ein bis drei Personen, die die Lichtshow für etwa vier Minuten in ansonsten völliger Dunkelheit beobachten können.

 

Sprung in die Kindheit

von Anton Krüger & Kristina Pritzl

Das Innere des Containers fordert die Kreativsuchenden ab der ersten Sekunde heraus. Mit dem Sprung (durch eine automatisch öffnende und sich wieder schließende Luke) in das Ungewisse wird die Komfortzone durchbrochen und die Perspektive verändert. Überraschend anders wirkt der dunkle, organisch geformte Innenraum durch das gebrochene Licht und lässt Freiraum für neue Gedankengänge und bewusstes Wahrnehmen seiner Selbst. Ein effektiver Lichteinfall bewirkt, dass der Besucher nach dem Sprung durch die reflektierenden Lichtkristalle leicht angestrahlt wird. Durch Aufstehen und Hinausgehen aus der Schaumstoffgrube gelangt der Besucher in das Innere des Raumes, dass er bis dato nur von einer bestimmten Perspektive (im Liegen) aus sehen konnte. Eine neue Sichtweise, mit anderem Lichteinfall und Raumkonstruktion wird ihm eröffnet. Das Zitat des Psychologen Alfred Adler „Die größte Gefahr im Leben ist, dass man zu vorsichtig wird.“, dass auf die versteckten Wand des hellen Raumes geschrieben ist, verstärkt die gesamte Aussage unserer Idee. Durch einen Geheimausgang wird dem Besucher ermöglicht, in Ruhe, ohne weitere äußere Einflüsse, den Ort zu verlassen und seine Gedanken für sich zu behalten.

 

Bewegte Film-Zerschnitte

von Philippa Hahlbohm und Ronja Arnold

Standort Platzprojekt:Treffpunkt kreativer Visionäre und Freigeister. Mithilfe von versetzten Stoffbahnen werden einfacheFilmausschnitte neu inszeniert. Das Ziel war es, den Menschen Teil des Kunstwerkes werden zu lassen, wodurch er neue Inspiration und Ideen findet. Dafür ist es hilfreich, die Perspektive zu wechseln, um die Dinge von

allen Seiten zu betrachten. Als Grundlage wurde zunächst eine neutrale Umgebung geschaffen,hierfür wurden weiße, halbtransparente Stoffbahnen versetzt im Raum angeordnet, sodass dieser aufgegliedert wird. Beim Eintreten steht der Besucher zunächst vor schwarzen Tüchern, die ihm nur eine eingeschränkte Sicht auf das Geschehen ermöglichen. An der Decke befinden sich zwei Beamer, die Filmsequenzen in den Raum projizieren. Das Bild wird optisch zerschnitten und aus jedem Blickwinkel ergibt sich eine neue Komposition. Filme können parallel nebeneinander oder übereinander gelegt werden. Der Besucher soll sich von der Vielzahl der Eindrücke berauschen lassen und sich grenzenlos fühlen. Es soll das Gefühl entstehen, in einer magischen Welt zu seien, fernab der Realität.