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(Deutsch) BOXENSTOPP

Auf dem Areal der EXPO Hannover (Weltausstellung) die im Jahr 2000 stattfand, gibt es neben viel Raum und Weite auch viele Orte unterschiedlicher Aufenthaltsqualitäten. Diese zu entdecken, zu analysieren und in einen bezugnehmenden Entwurf zu überführen war Ziel der Übung.

Entworfen werden sollte der Innenraum einer öffentlichen BOX von H/B/T 350 x 800 x 350 cm (Vollverglasung an einer Langseite, Eingang gegenüber). Die Blickbeziehung zwischen Innen und Außen, sowie der gewählte Blickausschnitt werden thematisiert. Wie kann das Markante des gewählten Ortes, untersetzt, verstärkt, interpretiert, überführt und erlebbar gemacht werden? Die Anmutung und Funktion des Innenraumes soll dahingehend ausgeprägt werden, dass die Besucher beim Betreten einen Mehrwert erleben, der über den Einblick von außen hinausgeht und der sie verleitet, einen „STOPP“ einzulegen.

Die Studierenden des ersten Semesters fertigten einen A1 Plan mit Lageplan im Maßstab 1:100, Schnitte und Grundrisse im Maßstab 1:20 sowie Modelle an. Nachfolgend einige Beispiele:

 

Blurred Clouds – Fabienne Pult & Lisa Behnke

„Wenn du dich auch schon einmal fühlen wolltest als würdest du schweben, solltest du unbedingt einen Schritt in die Blurred Clouds Box setzen! (…)

Wir beginnen schon beim Einstieg in die Box, indem man erst eine kleine Treppe hinaufklettern muss, um einzusteigen. An der Tür angelangt, genügt ein kleiner Sprung, um hinein zu gelangen. In der Box steht man auf einer Hügellandschaft mit sanften Auf- und Ab-Bewegungen. Der Boden ist leicht nachgiebig, sodass man bei jedem Schritt ein wenig mit diesem verschmilzt. Die Wände und die Decke unserer Box sind weiß gestrichen und mit blauem Licht bespielt. Aus punktuell eingesetzten Nebelwerfern kommt sanfter Nebel, der sich mit dem blauen Licht vermischt. Dies soll einen „verschwommenen“ Effekt erzeugen, um den Besucher nicht sofort erkennen zu lassen, wo sich die Grenzen des Raumes befinden.“

SCHWUNG HOLEN – Miriam Pfeiffer & Diana Budich

„(…) Wer schaukelt, hebt ab. Besucher können sich von ihrem Alltagsstress loslösen und alles Negative unten am Boden lassen – frei wie ein Vogel sein. Lage und Höhe des BMW-Turms ermöglichen einen außergewöhnlichen Blick aus der Vogelperspektive auf die Umgebung. Materialien und Elemente der Box sollen diesen Eindruck stärken und unterstützen. Der Fußboden ist aus Glas, unterlegt mit einer LED-Wall, die bis zur oberen Kante des Fensters verläuft. Durch die LED-Wall kann der Besucher hindurchsehen. Einzelne Elemente des Ausblickes sollen sich so bewegen und von der Realität lösen. Seiten und Decke haben ebenfalls ihren Anteil an der freien Vogelperspektive: Monitore zeigen Bilder des Ausblicks.  (…)“

zweitausendheute – Carla Hönemann & Amely Werner

„Der Pavillon zweitausendheute befindet sich auf einer Freifläche nahe der Bahnstation mit Blick auf den Holländischen Pavillon der Expo 2000. (…) Ziel unseres Gestaltungskonzepts ist es, durch das Aufgreifen originaler Elemente (des Holländischen Pavillons) die Atmosphäre von 2000 wieder zu beleben und auf das Potenzial des Ortes aufmerksam zu machen. Eine Fahrstuhltür eröffnet den Raum und der Besucher hört Geräusche, die ein Gefühl für die damalige Stimmung vermitteln. Während an einer Wand und auf dem Boden Wasser verläuft, erstreckt sich über die andere Wand und die Decke ein Meer aus abstrahierten Tulpen. An der Rückwand ist ein Originalfoto des Waldes zu sehen, der durch echte Baumstämme erweitert wird. Über einen Weg gelangt man zu einem Sitzelement, dass sich aus Fragmenten des heutigen Pavillons zusammensetzt und so das Ausruhen auf dem Erfolg symbolisieren soll.“

Großstadtdschungel – Lynn Pommerien & Mara Kühn

„(…) In unserem Entwurfsprozess haben wir uns damit beschäftigt, wie man einen Wald und gleichzeitig Industrie schaffen kann. Unser Wald im Reagenzglas entstand. Wenn man den Kubus betritt, ist auf Grund eines abgehängten Eingangsbereiches nichts zu sehen. Erst nach Ausziehen der Schuhe dürfen wir weiter ins Kubusinnere gehen. Dort findet man gefüllte Säulen mit natürlichen Materialien aus dem Wald, sowie industrielle Materialien wie Blech und Plastik. Der aufgeschüttete Sandboden befindet sich unter einem niedrig gespannten Trampolin, welches beim Schreiten über den Boden das typische Gefühl vom federnden Waldboden imitiert. Von der Decke bricht sich das Licht, als würden wir in einer Lichtung zwischen den Bäumen stehen. Nähert man sich nun einer Säule, so hört man paradoxerweise genau das gegenteilige Geräusch. Aus den Waldsäulen kommt also ein Industriegeräusch.“