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Ulmer Frei!

Die JVA Düsseldorf-Derendorf, Ulmer Höh‘ genannt, ist seit Anfang 2012 geschlossen. Der über 100 Jahre alte Kreuzbau steht seit dem leer. Das Gebäude weist eine sehr typische Architektur auf. Er besteht aus vier Flügeln, mit je zwei länglichen Zellentrakten. Zwischen den Trakten besteht ein Luftraum, durch den offene Treppen und Stege den Weg zu den Zellen ermöglichen.

Die neue Grundrissplanung behält die Grundstrukturen des ehemaligen Haftgebäudes bei. Die Zellentrakte an den Längsseiten werden zu Wohnungen und die Flure werden zu öffentlichen Flächen. Somit bleibt die Einteilung der nach privaten und öffentlichen Bereichen bestehen. Die Stege bleiben vorhanden und die Lufträume werden mit Glasböden verschlossen um die Fläche zu erweitern.

Auf jeder Etage befindet sich eine Gemeinschaftsfläche, die je eine andere Funktion aufweist. Diese Flächen zeigen die Energie das Hauses, welche aus der Kommunikation der Menschen untereiander entsteht. Die Energie wird durch ein grünes Band symbolisiert, welches durch alle Geschoss auf den Gemeinschaftsflächen entlangläuft und diese verbindet.

Damit es zu dem in der Inspiration beschriebenen Ausbruch des Gebäudes aus sich selbst kommt, schieben sich Kuben an den Außenseiten aus dem Gebäude heraus und bilden weitere Wohnflächen. Der Ausbruch in Form von Kuben wird nun auch im Inneren des Gebäudes vorgesetzt. In die Gemeinschaftsflächen schieben sich Kuben sie vermischen und trennen den privaten und öffentlichen Raum. Die Wohnungen in den ehemaligen Zellentrakten sind 4m breit und unterschiedlich lang. Teilweise verlaufen die Wohnungen über zwei Etagen.  Das rechteckige Bad trennt Schlafzimmer von Wohnflächen ab. Die Küche ist mit in den Wohnbereich integriert. In einigen Schlafzimmern und den Singlewohnungen sind Bäder in die Schlafbereiche integriert.

Es entstehen drei Phasen zwischen öffentlichem Leben und Privatsphäre. Die erste Phase findet in den Gemeinschaftsflächen statt. Die zweite Phase ist genau zwischen Öffentlichkeit und privatem Leben angesiedelt, diese findet in den Wohnbereichen statt. Die dritte Phase der absoluten Privatsphäre finden die Bewohner in den Schlafräumen.

Aus der Ulmer Höh‘ wird die Ulmer Frei!, in der alte JVA erhält das freie Leben Einzug.